PRESSEMITTEILUNG vom 26.4.2019
Kinder- und Jugendring Bonn fordert offene Debatte über mehr Jugendbeteiligung in Bonn – Vorschlag der Bonner CDU und des OB wirft viele Fragen auf.


„Grundsätzlich begrüßen wir alle Ideen, Kinder und Jugendliche mehr in kommunalpolitische Entscheidungen einzubinden und ihre Interessen und Wünsche stärker zu berücksichtigen“, so Clemens Putschli, Vorsitzender des Kinder- und Jugendrings: „Allerdings wirft der jüngste Vorschlag der Bonner CDU und des Bonner Oberbürgermeisters, einen Jugendbeirat in der Stadt einzusetzen, viele Fragen auf.“
„Die Rolle, welche der Jugendbeirat hat, ist unklar. Solange es keine Pflicht gibt, diesen Beirat vor bestimmten Entscheidungen anzuhören, findet keine Verbesserung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen statt. Vielmehr müsste es einen verbindlichen Katalog von Zuständigkeiten und Anhörungsrechten geben“, so Leon Schwarze, stellvertretender Vorsitzender des Kinder- und Jugendrings und Mitglied im Jugendhilfeausschuss: „Und auch die Zusammensetzung dieses Beirates ist nicht demokratisch, da der Rat, welcher nicht von Kindern und Jugendlichen gewählt wurde, maßgebend für die Zusammensetzung des Jugendbeirates sein soll. Wir würden eher eine eigene Wahl oder ein Losverfahren als den richtigen Weg zur Auswahl der Mitglieder des Jugendbeirates sehen.“
„Auch die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen vor Ort beispielsweise bei der Gestaltung von Spielplätzen oder öffentliche Räumen kann durch einen solchen Jugendbeirat nicht ersetzt werden. Und auch die Frage, inwieweit der Jugendbeirat sich von bestehenden Vertretungsorganen wie der Bezirkschülervertretung oder auch des Kinder- und Jugendrings abgrenzt, bleibt offen“, kritisiert Clemens Putschli den Vorschlag: „Darüber hinaus sind Begleitmaßnahmen wie die bessere Ausstattung des Büros der Kinder- und Jugendbeauftragten innerhalb der Verwaltung notwendig, um die Arbeit eines Jugendbeirates überhaupt zu ermöglichen.“ Gegen eine Stärkung der Rolle der Kinder- und Jugendbeauftragten hat sich die Verwaltung aber erst kürzlich in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 26.03.2019 ausgesprochen.
„Um diese Fragen zu klären, wünschen wir uns eine offene Debatte mit den politischen Verantwortlichen in unserer Stadt. Daher haben wir den Oberbürgermeister um einen Gesprächstermin gebeten.“ so Clemens Putschli abschließend.

Kategorien: Allgemein

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